Regensburg: Essen mit Tradition

Würstchen auf Kraut
Würstchen auf Kraut

Bayern ist bekannt für Bier , Würstchen, deftige Fleischspeisen und Kraut. Das alles findet man natürlich auch in Regensburg. Das eigentlich Interessante daran ist aber, dass viele der Gasthäuser und Läden, in denen man traditionelle Speisen bekommt, eine lange Geschichte haben. Die zieht natürlich Touristen an – aber auch die Einheimischen sitzen im Dicker Mann oder schwören auf Kneitinger Biere. Mein Streifzug durch die Innenstadt.

Die Regensburger Innenstadt ist klein und überschaubar. Zu Fuß kann man bequem durch die ausgedehnte Fußgängerzone laufen und die mittelalterlichen Häuser und Patrizierburgen bestaunen. In vielen Gebäuden sind die Geschäfte bekannter Marken, allerdings sind deren sonst oft schrille Schriftzüge in Regensburg gut ins Gesamtbild integriert – kein Wunder, die Altstadt ist Weltkulturerbe, da muss das historische Flair erhalten bleiben. Besonders schön an der Innenstadt ist aber, dass es neben den großen Namen auch sehr viele kleine Lädchen und Boutiquen gibt: Schafsseife kann man dort genau so gut kaufen wie einen Hut, ungewöhnliche Kleidung – oder Händlmaier-Senf. Gerne hätte ich mich mit einem Unternehmensvertreter darüber unterhalten, wie man über hundert Jahre lang am Markt erfolgreich sein kann, aber leider hatte niemand Zeit für mich. Also war ich nur im Laden und habe dort Pfeffer- und Orangensenfsoße gekauft. Beide sollen super zu Fleisch, aber auch zu Salaten passen, hat mir die Verkäuferin gesagt. Und natürlich habe ich auch ein kleines Glas des Hausmachersenfs mitgenommen. Die Produkte sind erstaunlich günstig: Wir haben unter 5 Euro für alles zusammen bezahlt. So bietet sich der Händlmaier-Senf also als Mitbringsel aus Regensburg an.

Wer’s lieber süß mag, der geht einige Schritte weiter und steht am alten Rathaus vor dem Café Prinzess. Das soll eines der ältesten Kaffeehäuser in Deutschland sein. Schon ab 1676 versorgte man von dort die Teilnehmer am Immerwährenden Reichstag gegenüber mit Pralinen – und davon gibt es auch heute noch eine große Auswahl. Ich habe mir 100 Gramm Frauenpower-Pralinen gekauft. In ihnen soll die Sonnenergie frischer Früchte sein, Kieselerde und Vitamin C. Mich hat der Name erheitert, wichtig ist mir sonst nur, dass die Pralinen schmecken. Wer im Café Prinzess einkauft, sollte die Pralinen aus der Theke und in ein kleines Tütchen verpackt wählen. Alternativ gibt es nämlich auch vorgepackte Schachteln, die sind jedoch deutlich teurer, hatte ich den Eindruck.

Würstchen und Braten

Auf Einladung der Regensburg Tourismus GmbH haben wir im Restaurant Dicker Mann, einem Gasthof aus dem 14. Jahrhundert, zu Abend gegessen: Spanferkelrollbraten in Dunkelbiersoße mit einem Knödel und Krautsalat. War lecker. Allerdings muss man Bier schon mögen, denn man schmeckt, was in der Soße enthalten ist. Ein weiteres deftiges Essen hatten wir in der Wurstkuchl: Dort stehen an der Außengastronomie bei schönem Wetter Menschenmassen an, um Würstchen auf Kraut im Brötchen zu bekommen. Wir saßen drinnen am Tisch, aßen mit Besteck und von richtigen Tellern – und unterhielten uns mit dem Geschäftsführer darüber, was es bedeutet, Teil eines so historischen Ortes zu sein. Denn die Wurstkuchl gibt es schon seit über 500 Jahren und man sagt, dass sie die älteste Bratwurststube der Welt ist (demnächst mehr).

Bier. Bier und Bier

Was wäre Bayern ohne Bier? Was für den Freistaat gilt, gilt natürlich auch für Regensburg. Wir lernen zwei Brauereien kennen: Bei einer Führung durch die Spitalbrauerei erfahren wir eine ganze Menge über deren Geschichte, und auch, warum ein Altenheim im gleichen Gebäudekomplex untergebracht ist. Eher zufällig stoßen wir dagegen auf die Brauerei Kneitinger – eigentlich nur, weil wir einen anderen Weg zu unserem Hotel suchen. Da fallen uns schlanke Metallrohre auf, die hoch oben über die Straße führen. Als wir uns noch fragen, was es damit auf sich hat, sehen wir rechts von uns die Braukessel und auf der linken Seite ein Schild, das uns mitteilt, dass der Getränkeshop noch 20 Minuten geöffnet ist. Einen Laden sehen wir zwar nicht, aber in einem versteckten Büro einen Mann, der etwas irritiert ist, weil wir nicht wissen, was wir eigentlich kaufen wollen. Wir erklären ihm, dass wir seine Produkte nicht kennen, und fragen ihn, was er uns empfehlen würde. Wir einigen uns auf zwei Flaschen Bier, ein helles und ein dunkles, denn die lassen sich im Koffer und im Zug gut nach Köln transportieren. Preis: 2 Euro. Alles in allem haben wir also recht günstig Souvenirs eingekauft, die den Geschmack Regensburgs bis Köln verlängern.

Jenseits der traditionellen Speisen gibt es in Regensburg auch eine junge Gastronomieszene.

Wir waren auf Einladung der Regensburg Tourismus GmbH in in der Stadt unterwegs.

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