Nach welchen Kriterien ich Wein auswähle

Rund 450 Weine stehen in der Speisekarte des Kölner Sternerestaurants La Société. So steht es zumindest auf der Internetseite des Restaurants. 450 Weine – das kann einen Gast schon einmal überfordern. Als ich neulich mit Freundinnen dort das Kwartier Latäng Menü für Einsteiger in die Sterne-Küche gegessen habe, fragte mich die eine, nach welchen Kriterien ich eigentlich einen Wein aussuche. Gute Frage, finde ich. Denn obwohl ich schon mehrere Weinseminare besucht habe, kann ich mit den Fachbegriffen nur wenig anfangen. Meine Antwort:

„Mir ist aus rein ökologischen Gesichtspunkten wichtig, dass ein Wein aus Deutschland kommt“, sagte ich. Zwar gibt es in Kalifornien oder Australien auch hervorragende Weine, aber ich finde, ein Wein muss nicht um die halbe Welt geflogen werden, damit ich ihn in Deutschland trinke. Darum bevorzuge ich in Deutschland deutschen Wein, in Spanien spanischen Vino, in Frankreich französischen Vin.

Nun gibt es aber auch in Deutschland sehr viele Weinanbaugebiete, und in vielen Regionen der Republik gibt es hervorragende Weine. Im vergangenen Jahr beispielsweise habe ich Weine aus dem Umland von Dresden kennen- und schätzengelernt. In der Regel wähle ich aber aus emotionalen Gründen ein Wein aus Baden-Württemberg. Dort bin ich geboren, und viele Jahre lang sagte ich, mein Gemüt sei wie der badische Wein: „von der Sonne verwöhnt“. Habe ich die Region also möglichst genau eingegrenzt, entscheide ich mich in der Regel für einen Riesling oder Grauburgunder, denn mit ihnen habe ich eigentlich immer gute Erfahrungen gemacht. Meiner Freundin leuchteten meine Auswahlkriterien sofort ein – sie ist auch gebürtig aus dem Süden der Republik. Sie meinte, sie werde künftig die gleichen Maßstäbe anlegen.

Der Zufall wollte es, dass mir nur einen Tag nach diesem Gespräch eine Mail ins Postfach flatterte, in der ich gefragt wurde, ob ich die Internetseite wein.de kenne. Bis zu diesem Zeitpunkt kannte ich sie nicht, aber das Konzept hat bei mir direkt ins Schwarze getroffen. Denn auf wein.de werden nur Weine aus Deutschland verkauft, und zwar direkt vom Winzer. Ich stellte den Betreibern einige Fragen:

Weine nur aus Deutschland? Warum das?
Wein aus Deutschland ist seit über zehn Jahren wieder populär. Viele deutsche Winzer haben sich im vergangenen Jahrzehnt neu erfunden und qualitativ sehr stark verbessert. Dies mag auch mit einer neuen Generation an Winzern zu tun haben: Die Töchter und Söhne sind jetzt am Ruder. Darüber hinaus mag der ungebrochene Trend zu deutschen Weinen auch mit der Rückbesinnung auf regionale Produkte zu tun haben. Insbesondere in den Großstädten ist es wieder en vogue Wein aus Deutschland zu trinken

Wein.de hat mir nach meinen Kriterien drei Flaschen Wein vom Weingut Wörthmann aus Lauffen am Neckar geschickt: einen Riesling, einen Grauburgunder, einen Rosé. Auf dem Weingut Wörthmann werden die Weinberge nach den Vorgaben des ökologischen Weinbaus bearbeitet. „Mit Handarbeit und individueller Behandlung jeder Rebe werden die Trauben in den Terrassenlagen des Neckartales gepflegt“, schrieb mir meine Ansprechpartnerin. Die Weine seien passend für die Frühlingszeit, schrieb sie mir weiter. Das habe ich ausprobiert: Den Rosé gab es zu einem selbstgemachten Erdbeer-Rhabarber-Sorbet an einem heißen Nachmittag auf dem Balkon. Spannende Kombination. Der Wein erfrischte den Mund nach der Süße des Desserts. Den Riesling haben wir zu einer Lauch-Birnen-Fenchel-Bohnen-Gemüsepfanne mit Spargel getrunken. Eine nette Ergänzung.

Nach welchen Kriterien suchen Sie Winzer und Weine aus, die über Ihre Plattform verkaufen?
Viele unserer Winzer sind preisgekrönte Betriebe der Deutschen Landwirtschafts Gesellschaft (DLG). Die DLG vergibt jedes Jahr vier Mal in ihren Wettbewerben verschiedene Auszeichnungen. Außerdem nehmen bei uns Winzer teil, von deren Qualität wir überzeugt sind.

Es gibt aber schon ziemlich viele Online-Weinhandlungen. Wie wollen Sie sich gegen die Konkurrenz behaupten?
Wenn Sie einen Wein bei Wein.de bestellen, ordern Sie direkt beim Winzer ab Hof. Das Paket wird vom Betrieb an Sie nach Hause geliefert. Dies spart ein Zwischenlager und damit den überflüssigen Ausstoß von CO2 durch kurze Lieferwege. Und für den Weinfreund ist es außerdem immer günstiger durch den Ab-Hof-Preis des Winzers. Außerdem finden Sie viele der Weine auf Wein.de sonst gar nicht im Internet.

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