Moderne Küche im historischen Regensburg: Von Bar-Illuminaten und einem Stern

War. Das. Lecker.
War. Das. Lecker.

Würstchen, Bier und Kraut – das gibt’s in Regensburg natürlich überall, wie in fast ganz Bayern. Regensburg ist aber auch ein ganz modernes Städtchen mit sehr kreativen Gastroansätzen, wie ich bei meiner Bloggerreise bemerkt habe. Denn natürlich hatte ich mich bei Foursquare informiert, was in Regensburg angesagt ist: Die Eisdiele Stenz wurde dort hochgelobt. Das Eis dort ist aus eigener Herstellung, bei unserem Besuch gab es allerdings überwiegend traditionelle Sorten. Eigentlich ist es egal, wann man dort vorbei kommt, selbst bei kaltem Wetter steht eine Schlange von gut zehn Leuten an der Eistheke an, habe ich festgestellt. Da man von außen die Eissorten nicht sieht, kommt man ein bisschen in Zugzwang, wenn man schon seinen Wunsch äußern soll, bevor man die Schildchen gelesen hat. Ich entscheide mich darum spontan für Milch-Minze – das ist die erste Sorte, die mir ins Auge fällt. Dann überfordert mich, dass ich mir auch noch eine Sorte zum Probieren auswählen soll, davon bekomme ich nämlich ein Häuflein obenauf, was ich grundsätzlich eine hervorragende Idee finde. Ich entscheide mich genau so spontan wie für Milch-Minze für die Geschmacksrichtung Stenz, weil ich mir darunter nichts vorstellen kann. Es soll Alkohol enthalten sein, steht auf dem Begleitschild, mich erinnert es an einen Mojito, sehr erfrischend auf jeden Fall.


Eis, Baby!
Eis, Baby!

Eine weitere Eisdiele wird bei Foursquare erwähnt, Diba Chocolat. An der Theke mit großer Auswahl kann ich mich kaum entscheiden, so viele spannende Sorten gibt es dort. Darum nehme ich Whiskey-Crème und Schokolade-Orange – und ich bin ein bisschen enttäuscht: Whiskey schmecke ich genau so wenig wir Orange, dazu bekomme ich eine etwas kleine Portion im Vergleich zu der meines Mannes. Dass ich das unfair finde, stört die Bedienung nicht, es sei halt nicht mehr viel Whiskey-Crème da. Den vollen Preis muss ich trotzdem zahlen: 2,80 Euro für zwei Kugeln Eis. Nicht gerade wenig.

Von Bar-Illuminaten und einer Sterneküche

Cocktail von einem Bar-Illuminaten
Cocktail von einem Bar-Illuminaten

Bei einer Stadtführung erfahre ich, dass sich in Regensburg einige Barkeeper zusammengetan haben, die mit hochwertigen Cocktails überzeugen wollen, Qualität steht also im Vordergrund. Ich recherchiere ein wenig im Netz, und mir gefällt, was ich lese: Natürlich freuen sich Studenten über günstige Cocktails, aber mit Barkultur habe das eben nur wenig zu tun, heißt es dort. Außerdem dürfe man nicht vergessen, dass Regensburg eben nicht nur von Studenten bewohnt ist. Ein wichtiger Aspekt, finde ich. Darum habe ich gezielt nach einer Bar gesucht, in der ein Bar-Illuminate Drinks mischt. Leider ist die Übersicht im Netz schon wieder veraltet: Im Sternerestaurant Storstad ist leider kein Illuminate mehr, dafür gibt es zwei im neuen Netzwerkzentrum Degginger. Trotzdem frage ich nach, bevor ich bestelle, ob der Cocktail wirklich von einem Illuminaten kommt. Ja, versichert man mir, ich habe Glück, einer der beiden sei im Haus. Der Colonel Beach’s Plantation Punch ist mit 8,50 Euro nicht teurer als Cocktails in Köln. Die Mischung aus unter anderem dreierlei Rum, Limetten, Ananas, Anis und Ginger Beer sehr gelungen. Nach dem Aufstehen ist klar: Einer reicht für diesen Abend.

Ein bisschen Schweden in Regensburg

Auch wenn der Bar-Illuminate nicht mehr im Storstad arbeitet, ein besuch dort lohnt sich trotzdem. Ich hatte schon aus Köln einen Tisch reserviert. Was dringend zu empfehlen ist, denn am Freitagabend ist das Restaurant nicht nur bis auf den letzten Platz voll, einige Tische werden sogar zweimal im Laufe des Abends vergeben, das habe ich in den Kölner Sternerestaurants bisher selten gesehen.

Menü im Storstad
Menü im Storstad

Wegen einer Lebensmittelunverträglichkeit konnte ich das 5-Gang-Menü nicht wie beschrieben essen. Doch man versicherte mir schon am Telefon, dass das kein Problem sei. Tatsächlich bekam ich sofort am Tisch eine Alternative vorgeschlagen, ohne das Thema nochmals angesprochen zu haben, das fand ich sehr aufmerksam. Zusätzlich zu dem etwas fischlastigen Essen gab es übrigens zwei Grüße aus der Küche und ein Schüsselchen mit selbstgebackenen Brötchen in ganz unterschiedlichen Geschmacksrichtungen: Curry beispielsweise war ziemlich scharf, es gab aber auch eines mit Malz oder eines mit Röstzwiebeln.

Storstad ist übrigens schwedisch und heißt Großstadt. Die Verbindung zum Schwedischen liegt auf der Hand, wenn man sich Anton Schmaus Biographie bei Wikipedia ansieht: Der Sternekoch arbeitete ein Jahr in Schweden, außerdem heiratete er eine Schwedin. Das Innere des Restaurants erinnert dementsprechend auch an schwedische Innenarchitektur, und so ist es auch passend, dass in drei von fünf Gängen Tiere aus dem Wasser auf den Teller kommen. Schließlich hat Schweden eine lange Küste. Die Meerestiere gibt es oft in spannenden Kombinationen mit Obst: Melone, Johannisbeere und Pfirsich beispielsweise liegen bei mir neben Fischen und Krabben auf dem Teller.

Man kann im Storstad übrigens auch nur einen Drink an der Bar zu sich nehmen und eine Kleinigkeit essen, aber Achtung! Wir wurden von mehreren Seiten gewarnt, dass das Angebot sehr beliebt sei, und es dementsprechend voll werden könnte. Ich hab’s nach dem Cocktail im Degginger leider nicht mehr geschafft, einen zweiten Drink auf der Dachterrasse des Storstad mit Domblick zu genießen – aber vielleicht bei einem nächsten Besuch in der Stadt an der Donau.

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