Genussstadt Nürnberg

Nürnberger Rotbier
Nürnberger Rotbier

Weihnachten ohne Nürnberger Lebkuchen? Unvorstellbar! Dabei sind die Lebkuchen in Nürnberg nicht nur ein Saisongebäck. Im Gegenteil gehören Lebkuchen dort eigentlich tagtäglich auf den Tisch. Und das liegt an den vielen Gewürzen, die im Teig enthalten sind. Die, so lerne ich bei einer Führung durch die Stadt, sind nämlich für die Verdauung gut. Wer sich also im September darüber aufregt, dass im Supermarkt schon Lebkuchen ausliegen, kennt den Hintergrund dieser Süßigkeit nicht. Korrekterweise müsste man sich eher darüber ärgern, dass es die Lebkuchen nur im Herbst und Winter gibt. Zumindest außerhalb Nürnbergs: Dort kann man sie natürlich zu jeder Jahreszeit in speziellen Läden kaufen.

Auch Bier ist aus Nürnberg natürlich nicht wegzudenken: In der Hausbrauerei Altstadthof beispielsweise wird seit 1984 wieder Nürnberger Rotbier gebraut – aus ökologischem Anbau (demnächst mehr). Und natürlich die Nürnberger beziehungweise fränkischen Bratwürste: zwei, drei oder sechs auf Kraut bestellt man je nachdem im Restaurant. Den schnellen Snack für unterwegs isst man im Bötchen, Weggla genannt. Allerdings, so erfahre ich auch bei meiner Führung, hat sich in der Nürnberger Küche in den vergangenen zehn bis 15 Jahren einiges verändert. Zwar gibt es einen Bratwurstschutzverband in der Stadt, und Touristen erwarten, dass sie überall die berühmten Würste angeboten bekommen – doch selbst der Nürnberger kann nicht immer Würstchen essen.

Volksfest, Markt und Restaurants

Vesperplatte
Vesperplatte

Kein Wunder also, dass es in der Zwischenzeit auch vegane Restaurants in der Stadt gibt, sowie ein Ein- und sogar ein Zwei-Sterne-Restaurant. Außerdem war beispielsweise das erste argentinische Restaurant in ganz Bayern in Nürnberg. Viele Kilometer fahren die Gäste, um dort das gute Steak aus der Pampa zu essen. In der Altstadt gibt es übrigens jeden Tag den Grünen Markt: Dort kauft man unter anderem das Gemüse, das ganz gewiss regional ist. Es kommt nämlich größtenteils aus dem Knoblauchsland, dem größten zusammenhängenden Gemüseanbaugebiet Bayerns, direkt vor der Stadtgrenze. Übrigens kommt selbst auf dem Volksfest der Anspruch der Nürnberger ans angebotene Essen durch: Dort wird nämlich ziemlich viel selbst gekocht. Sogar eine fahrende Bratwurstherstellung gehört dazu.

Genuss hat Tradition

Im Tucherschloss
Im Tucherschloss

Gutes Essen gehört also zu Nürnberg, und das war übrigens schon immer so: Im Tucherschloss beispielsweise erfährt man bei einer Führung, dass dort schon im 16. Jahrhundert Krustentiere und Wein aus Italien aufgetischt wurden, Pfauen, Fasanen und Wildschweine, die man natürlich selbst im Wald geschossen hat. Auch kandierte Früchte, Mandeln und Nüsse waren damals sehr beliebt. Außerdem gab es Weißbrot, das damals noch als Herrenbrot galt – das einfache Volk konnte sich nämlich das feine weiße Mehl nicht leisten. Im Festsaal des Tucherschlosses ist übrigens das Tafelgeschirr zu sehen, das nur bei Taufen, Hochzeiten und Verlobungen benutzt wurde.

Nürnberg Tourismus, die meine Bloggerreise finanziert haben, bieten übrigen spezielle Bratwurstführungen an sowie einen kulinarischen Spaziergang durchs Mittelalter.

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